Der Hund ist bereits seit mehreren zehntausend Jahren ein ständiger Begleiter und in vielen Fällen auch der beste Freund des Menschen. Begeisterte Camper, die ein Urlaubsland auf unkonventionelle Art erschließen wollen, nehmen ihre Hunde mit – wenn diese natürlich im Voraus schon an das Autofahren gewöhnt sind bzw. wenn das entsprechende Auto auch in seiner Größe oder Bequemlichkeit auf den Hund hin eingerichtet wurde. Ein Hund, der sich nach langem Zusammensein mit seiner Familie täglich auch ohne Leine beinahe ohne Worte an das hält, was von ihm erwartet wird, kann auch mehrere Tage oder Wochen eine Campingtour begleiten. Ideal sind hier sicherlich auch Kleintransporter, in dessen Laderaum der Hund „sein Reich“ wiederfindet – so vermeidet man nächtliche Zwischenfälle oder Irritationen des Hundes, für den jeder neue Campingplatz ein Sammelsurium an abenteuerlichen Gerüchen und Geräuschen darstellt.
Auch eine gesetzliche Rahmung erhält das Mitnehmen des Hundes: Je nach Urlaubsland ist ein bestimmter Impfschutz des Hundes Voraussetzung; der EU-Heimtierausweis enthält Informationen über Impfungen und ist für stichprobenartige Überprüfungen notwendig. Eine Tollwutimpfung ist alle drei Jahre fällig; auch in bestimmten EU-Ländern können die Impfvorschriften variieren. Ebenfalls werden die Tiere standardgemäß mit Mikrochips ausgerüstet; ein Adresskärtchen mit Handynummer des Besitzers ist ebenfalls wichtig. Es wird empfohlen, bei Wandertouren insbesondere im Ausland immer die Leinenführung durchzuführen. So lassen sich Missverständnisse auch gegenüber Jägern vermeiden. Dies gilt selbstverständlich auch auf allen Campingplätzen. Auf den meisten sind Hunde generell erlaubt, doch ein vorheriger Anruf schafft Klarheit.
Impfungen schützen zwar vor einer Reihe von Krankheiten – lassen sich dennoch Symptome bei einem mitgenommenen Tier beobachten, so ist der Besuch des örtlichen Tierarztes wichtig. Dieser ist ebenso geschult wie der heimische und kann generell ohne Aufwand helfen und eingreifen. Es ist von Vorteil, wenn Hundebesitzer außerhalb der hoch frequentierten Saisonzeiten ihren Urlaub durchführen – wie zu Hause auch, reagieren Hunde sensibel auf ungewohnte Reize. Der Hund jedoch braucht seinen Rückzugsraum – dieser kann gewährt werden, indem man ihn nicht über den gesamten Tag hinweg der Atmosphäre auf dem Campingplatz aussetzt.

Die eingewöhnende Vorbereitung ist wichtig
Hunde sollten nur dann mit zum Campen genommen werden, wenn sie im Vorfeld bereits längerfristig an einige Faktoren gewöhnt wurden: Kürzere oder längere Autofahrten gehören zu diesen Erfahrungen, möglicherweise auch das Übernachten im eigenen Garten und Zelt mit der Familie. Auch verhalten sich Hunde dann ideal auf Campingplätzen, wenn sie dies vorher bereits schon öfter an öffentlichen und somit reizintensiven Plätzen geübt haben (Marktplätze, Fußgängerzonen etc.). Sicherlich ist beim Zusammenspiel zwischen Hund und Herrchen die Liebe entscheidend – doch ist ein längerer Campingurlaub geplant, lohnt sich durchaus einmal der Besuch in einer Hundeschule. Hier werden oft interessante Tipps vermittelt, die zum Verstehen des Tieres auch in fremder Umgebung beitragen.
Hundevereine sind gute Berater
Jährlich gibt es neue Erkenntnisse zum Führen von Hunden, die auch in Buchform immer wieder aktualisiert werden. Der Verein für das deutsche Hundewesen und auch auf Hunde spezialisierte Tierarztpraxen wissen, welche Veröffentlichungen praxisgerecht, mit Sachverstand und im Sinne des Hundes verfasst sind und auch für das Verreisen die richtigen Tipps geben. Gut eignen sich für das Campen mit Hund Autos mit Klimaanlagen. Diese sollten immer angestellt bleiben, wenn sich ein Hund im Auto allein befindet. Es genügt nicht allein, das Fenster einen Spalt geöffnet zu halten – insbesondere bei Außentemperaturen, die 25°C überschreiten. Jedoch sollte auch etwa auf Einkaufs- oder Rastparkplätzen das Entfernen des Halters von Fahrzeug und Hund geübt werden. Ziel ist es, zu erreichen, dass ein Hund nicht in Angst verfällt, wenn sein menschlicher Rudelführer länger als vermutet entfernt bleibt – und dass ein Hund, der sich allein im Auto befindet, erst dann Laut gibt, wenn ein fremder Passant sich unmittelbar und direkt dem Wagen nähert.
Der Hund als Freund auf der Reise
Fazit: Das Campen mit Hund bedarf einiger Vorbereitung. Es können im alltäglichen Kontext jedoch Situationselemente undTeamspiele mit dem Hund bereits vorgeprobt werden. Erweist sich dies für den Hundehalter nicht als so einfach wie gedacht, spielen sicherlich Geduld und Liebe eine wichtige Rolle. Doch ebenso ist auch die Rücksprache mit einer Hundeschule durchaus bereichernd. Es haben sich bestimmte Konzepte bewährt, die gerade auch ohne Gewaltanwendung ein zuverlässiges Verhalten des Hundes auf Reisen gewährleisten. Wichtig bleibt stets: Für den Hund stehe stilles Mineralwasser zur Verfügung. So vermeidet man, dass er aus Pfützen trinkt oder möglicherweise von Verunreinigungen aus Campingwasserhähnen beeinträchtigt wird. Ideal ist es, den Hund auf dem eigenen Grundstück bereits auf ein wortloses Zusammenspiel trainiert zu haben – so dass die Leinenführung auf dem Campingplatz langfristig nicht eine Einschränkung für den Hund bedeutet, sondern dass er lernt, in bestimmten Zusammenhängen diszipliniert und vertrauensvoll zu reagieren. Insbesondere übertritt der Hund nach einer komplexen Vorbereitung nicht die Grenzen zu den Privatbereichen anderer – wozu aufgrund einer Platzenge auf Campingplätzen durchaus sonst eine Gefahr besteht. Auch viele Badestrände sind heutzutage bereits auf Hunde eingerichtet – Listen über entsprechende Urlaubsunterkünfte im Allgemeinen lassen sich bei einschlägigen Ansprechstellen jeweils aktualisiert abfragen. So kann es nicht zu Missverständnissen oder Zwischenfällen kommen